Sophia in der Sophia Universität

Ich würde gerne über den 17. November 2018 schreiben, auch wenn das nun schon etwas her ist. Der Tag war einfach so verrückt und speziell dass ich ihn mit euch teilen will!

Es fing schon damit an, dass ich an dem Samstagmorgen freiwillig um halb 7 aufgestanden bin, um dann 6km zu Joggen. Mir war einfach danach! Die Atmosphäre so früh Morgens am Hafen ist einfach der Hammer. In Yokohama sieht man viele Leute die Joggen, hier sind alle so sportlich! Das Wetter war total schön, angenehm warm und der Wind bläst einem die Meeresluft ins Gesicht. Traumhaft. Ich bin schon ein paar mal joggen gewesen, wenn ich mich dazu aufrappeln konnte. Die eine Hälfte Jogge ich durch einen Park, direkt am Meer entlang, und die andere durch das moderne Minato Mirai. 

Nach der erfrischenden Dusche habe ich mit Rin, einer Schulfreundin von mir in Yokohama getroffen. Zusammen wollten wir später Ami unterstützen, die eine Rede an dem Speech Contest der Sophia Universität in Tokio halten sollte. Da wir aber noch reichlich Zeit hatten, entschieden wir uns spontan die Haare zu schneiden! Friseure gibt es in Yokohama wie Sand am Meer, allerdings sind die oft in Hochhäusern im 7. Stock, so dass man die Salons nicht immer auf Anhieb findet. Es war auch schwerer als gedacht, ohne Reservation direkt dran zu kommen, aber beim gefühlt 8. Haarsalon hats dann geklappt! Hier in Japan haben die meisten einen Pony und ich dachte mir, das wär doch mal eine ganz tolle Veränderung, auch um mich zu „integrieren“. Ausserdem waren meine Haare durch die anderen Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit total ausgetrocknet, so dass ich knapp 30 cm abgeschnitten habe! Meine Friseurin war total begeistert und wir haben uns dann alle ein bisschen auf Japanisch unterhalten. Zum Schluss gabs sogar noch ein kleines Photoshooting – ich bin jetzt glaube ich auf irgendeiner Instagramseite ein Werbegesicht des Haarsalons – nicht schlecht oder? An den Pony muss ich mich noch etwas gewöhnen, aber die Länge gefällt mir – Haare wachsen ja auch wieder.

Zu Mittag gab’s leckeres Brot aus einer Bäckerei, die gibts hier komischerweise genau wie Friseure im Überfluss. Mit dem Zug sind wir dann bis zur Sophia University gefahren. Das war noch ein kleines Abenteuer: Wir habens nämlich sehr gemütlich genommen mit dem Brotessen und Haareschneiden, dass wir echt knapp dranwaren. Ausserdem war der Speechcontest im 15. Stock in einem der vielen Gebäude der Universität. Wir habens aber dann doch noch rechtzeitig geschafft! Das Thema des Wettbewerbs war „Action speaks louder than words“ und die Reden wurden auf Englisch gehalten. Kohki, ein Junge aus meiner Klasse der den Contest letztes Jahr gewonnen hatte, gab eine kurze Einleitung und dann gings los. Sechszehn Reden standen an, Ami war die fünfte. Es war interessant zu sehen, wie weit auseinander die Reden doch gingen. Von Sexueller Belästigung, über Bioimplantate bis hin zu Plastik in den Ozeanen. Von insgesamt knapp 200 Bewerbern hat Ami den vierten Platz gemacht, wow! Gewonnen hat ein Mädchen mit ihrem Vortrag über Umweltverschmutzung. Echt alles sehr interessant! Im Anschluss haben wir uns dann noch in das Apéro reingeschmuggelt, was eigentlich nur für geladene Gäste gedacht wäre. Da Rin und ich aber mit Kohki, dem Gewinner letzten Jahres, und Ami, der Diesjährigen 4. Platzierten, unterwegs waren, war das gar kein Probelm! Es gab jede Menge Auswahl an Sushi, Pasta, Frühlingsrollen und Salat, sowie Kuchen und Grüntee! Alles gratis! Habe ausserdem mit ganz hohen Tieren geredet. Die waren total aus dem Häuschen, dass ich auch Sophia heisse. Auf Japanisch haben wir uns über die Schweiz, über Japan und über den Wettbewerb unterhalten! Das war eine super Erfahrung.

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10 Kommentare

  1. Liebste Sophia!
    Für mich ist ein neuer Blog Beitrag immer ein Highlight! So erhalte ich immer wieder neue Einblicke in Dein Leben im fernen Japan. Ich bin sehr beeindruckt, dass Du schon gut genug japanisch sprichst, um Dich mit „hohen Tieren“ an der Uni zu unterhalten. Auch, dass Du ab und zu joggen geht, ist neu für mich 🙂
    Vielleicht darfst Du im Karate Dojo ja mal Fotos machen, das fände ich sehr interessant, wie es dort so ist und mit wem Du trainierst.
    Ich bin so froh, dass Du eine gute Zeit hast und Freundschaften geschlossen hast!
    In Liebe
    Mama

    1. Hallo Mama!
      Danke für die Antwort! Das war echt cool mit dem Direktor der Sophia University zu plaudern! 😀 Und ist leider verboten da Fotos zu machen 🙁
      Ich liebe dich, Sophia

  2. Hi Sophia,
    das ist mal wieder eine tolle Erzählung. Ist immer wieder schön zu lesen wie es Dir in Japan so ergeht. Ich bin manchmal ein bisschen neidisch wie toll du das alles hinbekommst und neben der sicher oft anspruchsvollen Umgebung noch soviel Spass an der ganzen Sache hast.
    Sich ins Buffet für geladene Gäste reinzuschmuggeln – hut ab – hät ich michh nie getraut 😉
    Ich freu mich schon auf deinen nächsten Beitrag.

    lg
    Papa

  3. Hi Sophia
    Das ist echt der Hammer, was und wie Du es schaukelst. Da bin ich ziemlich neidisch.
    Ich freue mich auf den Blog, ob die Japaner überhaupt Weihnachten feiern. Das mitden frohe Festtagen läuft glaub ins Leere. Daher Guten Start in das Jahr des Schweines.
    Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg und vor allem Spass.

    lg Roman

    1. Hi Roman
      Danke für den Kommentar, habe mich sehr gefreut! Stimmt, die Japaner haben eine sehr andere Vorstellung von Weihnachten. Werde bald noch was dazu schreiben. 😀 Meistens wird Kuchen oder KFC gegessen unds geht mehr um den kommerziellen Zweck! Habe aber ab jetzt auch zwei Wochen Ferien, wofür ich sehr dankbar bin, die letztem Tage waren sehr anstrengend!
      Ganz liebe Grüsse und schöne Festtage
      Sophia

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