Schnee

Etwas verspätet würde ich gerne noch über meine Reise nach „Hida Takayama“ vom 28.-30. Dezember schreiben. 

Früh Morgens ging es los. Mit dem Shinkansen über Shizuoka und Nagoya nach Takayama. Die Aussicht aus dem Zug war atemberaubend, auch wenn die Strecken des Shinkansens immer etwa 2/3 Tunnel sind. Angekommen haben wir dann die Koffer im Touristenbüro abgegeben und sind zu Fuss los gestiefelt. Man war das kalt! Um die -5 Grad, das war ich garnicht mehr gewöhnt. Der Winter in Yokohama ist nämlich verhältnismässig mild. Meine Gasteltern hatten gratis Coupons ergattert, womit wir dann an ein paar Orten kostenlose Leckereien bekommen haben. Von Ichigodaifuku über Mitarashi Dango bis hin zu leckeren Sake. (Aber das bleibt ein Geheimnis –  hier bin ich ja noch, was Alkohol angeht, Minderjährig! 😉 )
Nach dem Mittagessen in einem traditionellen Soba Restaurant haben wir die Stadt erkundet. Das Takayama Jinya (ein altes Regierungsgebäude), einge Museen und altmodische Läden wurden abgeklappert. Takayama heisst übersetzt „Hoch in den Bergen“, und das ist auch der Fall. Es schneite wie verrückt und ich habe viele Leute mit Ski und Snowboard sichten können. Die Stadt ist total schön, es kam mir vor als ob wir nicht nur in den Norden, sondern auch durch die Zeit gereist wären. Alles sieht aus wie im Alten Japan, was total im Gegensatz zum modernen Yokohama steht wo ich ja für ein Jahr wohne. Ich war deshalb um so glücklicher, auch mal das ganz alte Japan zu Gesicht zu bekommen.

Abends ging es dann nach einem langen Aufenthalt im Onsen des (ziemlich luxuriösen Hotels), einem Glas Wein, einem traditionellen Japanischen Abendessen (mit ganz vielen Tellern) und dem Verschnabulieren der am Tag gekauften, lokalen Leckereien, im Yukata ins Bettchen. Das Zimmer war auch so richtig Japanisch, mit Tatami, Futon und Kakejiku.

Am zweiten Tag machten wir eine durchgeplante Bustour zu dem Weltkulturerbe in Shirakawago und Gokayama. Blöderweise hatte ich meine Kamera vergessen (später hatte sich herausgestellt dass ich sie im Hotelbus hab liegen lassen, aber sie ist zum Glück wieder aufgetaucht!) Zwischendurch konnten wir uns für einige Stunden die Beine vertreten, Souverniers kaufen oder noch mehr lokale Spezialitäten naschen. Die ganze Ortschaft war zwar ziemlich touristisiert, aber wahnsinnig schön! Die Gegend ist nämlich berühmt für spezielle, alte, dreieckige Häuser! Mittagessen gabs mit der ganzen Busmannschaft zusammen in einem grossen Raum. Das war total interessant, so viele Sprachen und Kulturen auf einem Haufen.
Naja, 90% waren Chinesen. 😀
Das Essen war auf alle Fälle total lecker – und sogar vegan! Fleissig Fotos haben wir trotzdem gemacht. Trotz Minusgraden waren viele (chinesische) Touristen in kurzen Hosen und Schlappen unterwegs. Das war ganz witzig anzusehen, wie die auf den vereisten, engen Gehwegen mit dem Gleichgewicht gekämpft hatten.  Abends, zurück in Takayama, müde und leicht unterkühlt, aber mit vielen neuen Eindrücken, leckeres Shabushabu gegessen. Abends ging es dann wieder ins Onsen! Die Atmosphäre dort war total schön. Draussen konnte man ganz Takayama sehen, es schneite und das Wasser war angenehm warm.

Am letzten Tag ging es vor der Heimkehr noch nach Nagoya, wo wir das berühmte Schloss anschauen wollten. Wie sich aber herausstellte, war es geschlossen weil Neujahr kurz vor der Tür stand. Also sind wir einmal rund um das Areal spaziert und haben von Aussen schöne Fotos gemacht. Anschliessend ging es in den Atsuta-Schrein und haben zu Fuss noch Nagoya erkundet. Total schöne Stadt!

Die Reise war bisher eine meiner interessantesten Erfahrungen und ich bin meinen Gasteltern unheimlich dankbar, dass sie mich mitgenommen haben!

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2 Kommentare

  1. Hallo mein Engel

    Was für eine beeindruckende Reise!! Das ist ja grossartig, dass Dir Deine Gasteltern das ermöglicht haben. Interessanter Bericht und tolle Fotos! Durch Deine Erzählung kann man sich alles sehr gut vorstellen. Das Hotel ist ja der Hammer! In so ein Onsen möchte ich auch mal!

    Ich freue mich so für Dich, dass Du all das erleben kannst.

    In Liebe
    Mama

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